Peter Schlemihls wundersame Geschichte


Kunstmärchen im Papiertheater mit Liedern zur Hakenharfe

In einem unbedachten Moment hat der arme Peter Schlemihl, gelockt von Glanz und Wohlleben, einem grauen Herrn seinen Schatten für Fortunatis nie versiegendes Goldsäckel eingetauscht. Der Reichtum erweist sich als trügerisches Glück, denn fortan ist Schlemihl ein Ausgestoßener in jeder Gesellschaft, sobald die Schattenlosigkeit offenbar wird. Nach trostlosen Fehlschlägen und aussichtsloser Liebe bekommt Schlemihl zufällig Siebenmeilenstiefel und reist von nun an um die Welt. In botanischen Forschungen findet er schließlich den Sinn seines einsamen und ruhelosen Lebens.

Wie selbstverständlich tritt das Fantastische in dieser Geschichte in Erscheinung, es entspringt allzu menschlichen Regungen und ist dadurch beinahe selbstverständlicher Teil des bürgerlichen Alltags.

Mit der an biografischen Anklängen reichen Erzählung wurde Chamisso berühmt. Aber erst nach seiner eigenen „Reise um die Welt“ und dem Erfolg seiner bedeutenden Naturforschungen konnte er sich etablieren. Seine Heimatlosigkeit als französischstämmiger Adliger, dessen Familie aus Frankreich hatte fliehen müssen, machte Chamisso zur Zeit der napoleonischen Kriege zum Außenseiter. Sein Schicksal verlieh ihm aber einen ungewöhnlich vorurteilsfreien Blick auf Nationalität und Stand. „Peter Schlemihls wundersame Geschichte“ ist auch dadurch bis heute von großer Wahrheit und Aktualität.

Lieder zu adaptierten Gedichten Chamissos von Louise Reichardt, Bettina Brentano, Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann u.a.

Werke zum Bühnenbild von Luise Duttenhöfer, Johann Wolfgang Goethe, Ferdinand Oehme u.a.

Bühne, Lesung, Gesang und Hakenharfe: Ulrike Richter

Dauer ca. 70 min.

Premiere: Frühjahr 2020